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Lager auf Zeit: Selfstorage

Der Trend zurück in die Stadt, steigende Mieten und die zunehmende Mobilität fördern die Entwicklung von Lagercontainern

| 27.01.2012 |

Von Sabine Richter

Wohin mit Gegenständen, für die kein Platz in Wohnung oder Keller ist, mit platzraubenden Sportgeräten, geliebten Sammelstücken? Die Antwort heißt auch in Deutschland immer öfter Self Storage, Lagerräume, die auf Zeit gemietet werden können. Rund 70 Standorte und  acht größere Unternehmen gibt es in der Bundesrepubik. In den USA, wo sich das Geschäftsmodell in den sechziger Jahren entwickelt hat, existieren über 60.000 Standorte. Zum einen, weil vielfach ohne Kellergeschoss gebaut wird, zum anderen, weil Amerikaner traditionell umzugsfreudig sind. In England bieten 800 Lagerhallen Platz, davon allein über 200 im teuren London.

 „Der Markt wächst", sagt Martin Brunkhorst, Vorstandssprecher des deutschen Self-Storage-Verbandes. „Die steigenden Mietpreise in Ballungszentren zwingen immer mehr Menschen, kleinere Wohnungen zu mieten."
Mieter sind zu 70 Prozent Privatleute, der Rest sind gewerbliche Kunden, die Akten einlagern, Ebay-Powerseller, die ihren Warenbestand unterbringen wollen, und Einzelhändler, die keinen Platz für die wechselnde Ladendekoration haben. Im Schnitt wird „das Angebot für die „ambulanten Wechselfälle des Lebens" (Martin Brunkhorst) sechs Monate lang genutzt.
Christian Lohmann, Geschäftsführer beim Selfstorage-Anbieter Secur,  nennt die Stores „Häuser der 1000 Geschichten". Die Bandbreite der Mieter reiche vom Hartz-IV-Empfänger, dem das Arbeitsamt wegen eines Job-Angebots in einer anderen Stadt kurzfristig eine Box für den Hausstand anmietet, bis zum Antiquitätenhändler, der seine Preziosen klimatisiert und sicher einlagern will.

Als erster deutscher Anbieter startete 1997 die Firma Lagerbox. My Place hat sich vom österreichischen Pionier zum Marktführer im deutschen Sprachraum entwickelt.  Zu den größeren Unternehmen gehören Secur, Shurgard, Citylager und Zeitlager.   Zuwachsraten von 50 Prozent wie im Jahr 2009 erreichen die Firmen zwar nicht mehr, aber der Verband deutscher Selfstorage-Unternehmen rechnet auch für 2011 wieder mit einem soliden Umsatz- und Flächenwachstum. Und zwar nicht nur, weil der Stauraum in Deutschland knapp wird, sondern weil sich die Gesellschaft verändert, wie Martin Brunkhorst ausführt: „Ein Drittel der Kunden lagert aus Not aus, ein Drittel wegen beruflicher Migration und ein Drittel sind Auswüchse der Wohlstandsgesellschaft".
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