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Gründer haben Angst vor dem Scheitern

Unternehmergeist Im EU-Vergleich gibt es zu wenig deutsche Firmengründer

| 27.01.2012 |

Wer in diesen schwierigen, krisengebeutelten Zeiten ein Unternehmen gründet, der darf wohl als mutiger Optimist gelten. Davon gibt es überraschenderweise offensichtlich nicht wenige. Pro Quartal wurden und werden in Deutschland, will man den offiziellen Zahlen folgen, zwischen 70 000  und 80 000 Kleinunternehmen gegründet. Allein in Hamburg gibt es jährlich um die 20 000 neue Unternehmensanmeldungen. Die Jung-Unternehmer leisten überdies auch einen veritablen Beitrag zur positiven Arbeitsmarktentwicklung. Ihren Initiativen sind bis zu einer halben Million neue Stellen zu verdanken. Um so erstaunter liest man, dass die Deutschen im europäischen Vergleich in Sachen „Selbstständigkeitsinitiativen" keineswegs Spitze sind, sondern eher hinten liegen.

 
 
Die Studie „European Entrepreneurship", die jährlich durchgeführt wird, zeigt, dass der Wille zur Selbstständigkeit in anderen Ländern deutlich ausgeprägter ist. Während bei den in Deutschland befragten Menschen nur 27 Prozent eine eigene Unternehmensgründung für möglich halten, sind es in der Schweiz zum Beispiel 51%. Selbst in wirtschaftlich weniger gut strukturierten Ländern wie etwa der Ukraine, Russland oder der Türkei ist das Selbstständigkeitspotenzial größer: Bei den Ukrainern bekunden 35%  grundsätzliches Interesse an einer Unternehmensgründung, bei den Russen sind es 32%, bei den Türken gar 50%. Vielleicht ist es gerade die ökonomische Umbruchsituation in diesen Staaten, die den Gründungswillen

fördert. Die Erfahrung lehrt, dass insbesondere ein unsicherer Arbeitsmarkt die Bereitschaft zu Unternehmensgründungen fördert. Die Gründe für den Schritt in die Selbstständigkeit sind länderübergreifend gleich. Jung-Unternehmer und die, die dies noch werden wollen, sehen darin die Chance der Selbstverwirklichung, der größeren Unabhängigkeit und der zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten. Entsprechend dieser Hoffnungen bewerten besonders  junge Menschen eine berufliche Selbstständigkeit rundum positiv. Besonders aufgeschlossen zeigen sich die Dänen, dort äußern sich 88 Prozent positiv. In Deutschland sind es 62 Prozent, der europäische Durchschnittswert liegt bei 72 %. In der Studie, wissenschaftlich betreut vom Entrepreneurship Center der Universität München und der GFK in Nürnberg, beauftragt von dem Direktvertriebsunternehmen Amway, wurden 13 600 Bürger in acht EU-Staaten und in der Schweiz, Türkei, Ukraine und Russland befragt. Dabei wurde deutlich, dass es grenzüberschreitend zwei prinzipielle Barrieren für den Schritt in dienstag Selbstständigkeit gibt: Fehlendes wirtschaftliches Know-how und unzureichende Informationen. Das jedenfalls sagen zwei von fünf Befragten.


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