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Neu: Amphibien–Ferienhaus

| 27.01.2012 |

Mit ihm muss die Camping-Tour nicht am Seeufer enden. Mit ihm kann sie auch auf dem See enden. Denn der Schwimm-Caravan des Unternehmensgründers und Industriedesigners Daniel Straub (30) ist an Land ein Wohnanhänger - der dank eines fünf PS starken Elektromotors aber auch auf dem Wasser bewegt werden kann.

Der Jungunternehmer will mit seiner Erfindung - dem Sealander - in Serienproduktion gehen. Seit Straub sein Gefährt auf einer Fachmesse präsentiert hat, kommen Anfragen aus aller Welt. Straubs Interesse für „mobile Behausungen" ist dagegen schon in seiner Kindheit geweckt worden. Er ist viel mit den Eltern unterwegs gewesen - mal im Wohnmobil, mal im Zelt, mal im Wohnwagen. Heute besitzt der Kieler selbst einen alten Campingbus. „Ich bin gern mobil, schätze aber auch die Geborgenheit einer vertrauten Umgebung", sagt er.


Während seines Studiums an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel entwickelt er  Mobilitätskonzepte, „die das Campen mit dem Bootfahren verbinden". Seine Diplom-Arbeit bestand darin, einen Entwurf für den Sealander zu fertigen. Nach der Uni entwickelt er einen Prototypen. Er ist 185 cm hoch, keine vier Meter lang und wiegt etwa 380 Kilogramm. Kosten: zwischen 16000 und 18000 Euro. „Der Formkörper des Caravans - also das Gehäuse, wenn man so will - wird wie im Bootsbau aus glasfaserverstärktem Kunststoff gefertigt. Dieses Gehäuse verbinden wir dann mit einem wasserdichten Fahrwerk. So kann der Sealander auf dem Land wie ein Caravan gezogen, und bei Bedarf ohne Trailer oder Slipanlage wie ein Boot zu Wasser gelassen werden", sagt Straub. Die Herausforderung habe für ihn vor allem darin gelegen, dass der begrenzte Raum funktional, aber auch ästhetisch ansprechend ist. Aber ersetzt der Amphibien-Caravan wirklich ein Boot? „Das kommt ganz auf das Boot an und was Sie damit vorhaben. Für eine Rundfahrt, einen Ausflug oder auch eine Übernachtung auf einem See ist der Sealander vollkommen ausreichend. Deshalb kann er vielleicht sogar ein Ersatz für ein Boot seiner Größenordnung sein", so Straub. Beim Sealander handle es sich jedoch ausdrücklich nicht um ein Boot im herkömmlichen Sinne. Das sei auch nie das Ziel gewesen. Es sei ein vollwertiger Caravan, der aber eben auch schwimmen könne. Straub: „Damit kann man im wahrsten Sinne des Wortes tun und lassen, was man will."      Tanja Nissen