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„Gute Gründe für mehr Optimismus“

Die Prognose für 2012 sollte auch positive Impulse in Betracht ziehen. Selbst für die USA zeigen sich erste Hoffnungsschimmer

| 27.01.2012 |

Die Weltwirtschaftskrise steht bevor. Könnte man meinen, wenn man die düstere Warnung der Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, ernst nimmt. Sie hält für das Jahr 2012 eine krisenhafte Eskalation der ökonomischen Situation für möglich. Die makroökonomische Instabilität habe ein Ausmaß erreicht, das der Zeit vor dem Ausbruch der Großen Depression 1929 gleiche, als die Börsen abstürzten, Banken und Unternehmen Pleite gingen, in Europa Millionen von Beschäftigten arbeitslos wurden und viele Menschen vor dem Nichts standen.

 Der allgemeinen Unsicherheit entsprechend, fallen die Konjunkturprognosen für 2012 pessimistisch aus. Weltweit verlangsamt sich die Dynamik. Die USA leiden immer noch unter einer Wachstumsschwäche, hoher (Langzeit-)Arbeitslosigkeit und immensen Staatsschulden. China, Wachstumsmotor der letzten Dekade, muss einen Gang zurückschalten. Japan hat sich noch lange nicht von den Folgen des Tsunami und der Atomkatastrophe von Fukushima erholt. Und die Euro-Schuldenkrise erschüttert Europa. Es droht Stagnation, schlimmstenfalls eine Rezession.


Bei allem Pessimismus gibt es jedoch gute Gründe für mehr Optimismus. Dazu gehört erstens, dass die großen Entwicklungslinien für 2012 weit klarer erkennbar sind, als gemeinhin vermutet. Am wichtigsten ist dabei die Gewissheit, dass es den Euro noch lange geben wird. Noch lassen sich viele Menschen von Euro-Untergangsszenarien ins Bockshorn jagen - und binden damit unsinnig Kräfte. Dabei hat sich die Politik eindeutig und unmissverständlich auf den Erhalt des Euro festgelegt. Und sie verfügt über die Mittel, diese Absicht in die Tat umzusetzen. Das heißt nicht, dass die Euro-Rettung kosten- und risikolos sein wird. Im Gegenteil: Auch 2012 wird die Schuldenkrise das dominante Thema bleiben.

ZWEITENS ist trotz des Einsatzes der EZB-Bazooka für die nächsten Jahre keine Inflationsgefahr erkennbar. Damit werden auch die Leitzinsen noch eine Weile auf ihrem historischen Tiefstand von einem Prozent verharren. Sobald das Vertrauen in die Überlebensfähigkeit des Euro wächst, werden auch die Risikoprämien geringer werden. Damit sollten in den nächsten Jahren die Kreditkosten für Expansion, Instandhaltung und Innovationen günstig bleiben. Das ist für die kapitalintensive deutsche Industrie von herausragender Bedeutung.

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