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Eher pessimistische Eintrübungen

Forsa-Chef Manfred Güllner über die wahre wirtschaftliche Stimmungslage

| 27.01.2012 |

  Ende des Jahres vermeldeten einige Medien unter Hinweis auf ein von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg seit 1935 erstelltes „Konsumklima", die Deutschen würden „düsteren Konjunkturprognosen und schwelender Schuldenkrise zum Trotz" auch „weiterhin positiv in die Zukunft" blicken und seien unverändert in „Kauflaune".

 
 
Doch diese Einschätzung bildet die Realität nicht adäquat ab. Schon 2010 hatte u.a. das „Manager Magazin" auf die „Kapriolen des GfK-Konsumindikators" hingewiesen und darauf aufmerksam gemacht, dass die „Prognosen aus Nürnberg" in der „Vergangenheit oft daneben gelegen haben". So ist auch die Botschaft aus Nürnberg am Ende des Jahres 2011 - mit der Grundaussage, es gäbe ein „stabiles Konsumklima" - eher ein Zerrbild der Realität als eine angemessene Beurteilung der wirtschaftlichen Stimmung und Befindlichkeiten der Menschen. In Wirklichkeit nämlich sind die Menschen zur Jahreswende 2011/2012 sehr wohl von der Krise beeindruckt und haben so pessimistische Erwartungen an die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande wie zuletzt zu Beginn der Banken- und Finanzkrise 2008. So rechnen im Dezember 52 Prozent aller Bürger damit, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland verschlechtern werden. Mit einer Verbesserung rechnet nur eine Minderheit von 14 Prozent (die übrigen glauben nicht an  große Veränderungen). Übrigens: Auch die Erwartungen der Selbstständigen sind nicht optimistischer als die der anderen Berufsgruppen: Bei einer Mehrheit von 54 Prozent überwiegen auch hier die pessimistischen Erwartungen.