„Die Käufer wollen Realismus“
Norddeutsche Realisten Die Künstlervereinigung, die eigentlich nur ein lockerer Zusammenschluss Gleichgesinnter ist, gilt als Schleswig-Holsteins erfolgreichsteMalergruppe. Doch trotz eines hohen Grundinteresses am Kunstmarkt müsseneinzelne Mitgliede
| 27.01.2012 |
Der Kunstmarkt spielt verrückt: Bei Auktionen werden Millionen-Erlöse erzielt und kaum wurde das Urteil im Kölner Kunstfälscherprozess verkündet, erschüttert in New York der nächste Skandal die Kunstwelt. Da freuen sich Sammler, wenn sie mal durchatmen können. Das ermöglichen ihnen die Norddeutschen Realisten - eine Künstlergruppe, der derzeit 14 Maler angehören. Die Käufer können bei ihnen entspannen. Nicht nur, da die Maler aktuell bei einer Ausstellung in Rendsburg Motive der Insel Sylt anbieten, die - so kommt es einem vor - frische Meeresluft ausströmen, sondern auch weil Kaufpreise nachzuvollziehen sind.
Es wirkt wie ein gut durchdachtes Geschäftsmodell in Zeiten der Verunsicherung, ob durch Fälschungsskandale oder Wirtschaftskrisen, ein Stück Bodenständigkeit anzubieten. Allerdings kamen die Norddeutschen Realisten nicht erst jetzt auf diese Idee. Seit mehr als 20 Jahren treffen sie sich regelmäßig zu Symposien, um ihrer Lieblingstätigkeit nachzugehen: der Freilichtmalerei. Wirtschaftliche Motive habe er nicht gehabt, sagt der Maler Nikolaus Störtenbecker aus der Nähe von Flensburg, als er Ende der 1980er Jahre Künstlerkollegen von der Idee erzählte, gemeinsam in der Natur zu malen. So kam es 1989 zum ersten Maler-Symposium in der Rhön. Seitdem treffen sich die Künstler in unterschiedlichen Besetzungen zu Malaktionen. „Die Gruppenarbeit bietet dabei den Vorteil einer freundschaftlichen Konkurrenz", erklärt Störtenbecker. Dafür, dass die Gruppe anfangs ohne einen Wirtschaftsplan agierte, spricht, dass sie zunächst ohne Namen auftrat. Erst sechs Jahre später bezeichnete der Kunstkenner Helmut Sydow die Maler eher beiläufig bei einer Ausstellungseröffnung als „Norddeutsche Realisten". Die Künstler waren irritiert, sahen in der Bezeichnung aber Vorteile. „Wir mussten uns nach der Namensgebung nicht mehr erklären", sagt Störtenbecker.
Lesen Sie weiter in unserer aktuellen Ausgabe. Fordern Sie Ihre Leseprobe an unter info@missler-online.de
