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Energiepolitisches Meisterstück ?

Innovation Hamburg will Hauptstadt des „ingenieurgetriebenen“ Umweltschutzes werden

| 27.01.2012 |

Wolfgang Buhmann

 Marie kann ihr Spendierhöschen anbehalten. Ihr Max hat nämlich herausgefunden, dass man durch Preisvergleiche nicht nur bei der Autoversicherung, sondern auch beim Bezug von Strom und Gas Geld sparen kann. „Frau Kuhn", die übers Werbe-TV ihre Botschaft gleichfalls nachdrücklich in alle Wohnzimmer versendet, beschäftigt bei der Energieversorgung dagegen ein nicht nur über Euro und Cent zu regelndes Problem. „Macht mal eine klare Ansage", fordert die erkennbar erfolgsgewohnte junge Dame den Energiekonzern E.ON auf und fragt schnippisch nach: „Kriegt ihr das hin?". Was sie wissen will, ist, ob in Zukunft aus Sonne, Wind und Biomasse so viel Strom zur Verfügung steht, dass sie ihr auf Komfort gebautes Leben wie bisher weiterführen kann.

 
 
 Das kann ihr natürlich keiner sagen. E.ON nicht und auch nicht Frau Merkel, die das Umdenken und Umsteuern dem Land in einer Art Handstreich verordnet hat. E.ON verweist immerhin auf seine Anstrengungen, denn es ist das Schicksal der Wirtschaft, dass sie sich jeden Schuh, den ihr die Politik hinstellt, anzieht. Anziehen muss. Und wenn er noch so drückt. Es gilt der Primat der Politik. Also nimmt E.ON wie die anderen Energiekonzerne sowie Stadt- und Gemeindewerke auch die Herausforderungen der Energiewende an. Zunächst mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wegen der nach dem Abschaltungskommando für die Kernkraftwerke mutmaßlich zu Unrecht kassierten Brennelementesteuer. Dieser Weg der Konfrontation mit dem Ziel der Vermögenssicherung ist nach dem Aktienrecht zwingend vorgeschrieben. Sodann mit einer Revision der Konzernstruktur, der im ersten Anlauf 11.000 Arbeitsplätze, davon 6.500 in Deutschland (RWE: 8.000) zum Opfer fallen. Das ist der Weg der Anpassung an die veränderten ökonomischen Gegebenheiten, den die betriebswirtschaftliche Vernunft nahelegt. Steuerzahler und Arbeitnehmer zahlen nämlich die Zeche noch bevor sie auf die Verbraucher zukommt.

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